Title

Ornament: Brochs Stil-Konzept und die Architektur-Diskurse seiner Zeit

Document Type

Book Chapter

Publication Date

2009

Department

German

Language

German

Publication Title

Hermann Broch und die Künste

Abstract

Im Herbstsemester 1950, etwa ein halbes Jahr vor seinem Tod, hielt Broch an der Yale University einen Vortrag über das Kitschproblem. Dort stellte er dem ‚Germanic Club‘ seine Kitschtheorie mit Beispielen aus der Romantik vor. Am Ende des Vortrags betonte er, dass seine Kitsch-Analyse fragmentarisch sei, und dass man vor allem drei Kunstformen berücksichtigen müsse: die Oper, den Roman und die Architektur. Broch hielt die Oper für eine Form des Kitsches im 19. Jahrhundert. Etwas erstaunlicher, doch nach der Lektüre vom Tod des Vergil wohl nicht überraschend, folgt seine Aussage zum Roman des 20. Jahrhunderts, der vergeblich versucht habe „sich gegen die Kitschwelle zu stemmen“. (KW 9/2, S. 172) Die dritte Kunstform, die Architektur, sieht er dagegen anders, denn sie entwickle sich „zu einer sehr echten Kunst [...], so daß sich daran immerhin einige Zukunftshoffnungen knüpfen“ (ebd.) ließen. Diese positive Bewertung der Architektur steht im direkten Gegensatz zu seinen früheren Bemerkungen, wie beispielsweise den in seinen damals unveröffentlichten Essays „Kultur 1908/09“. Darin erwähnte er die Zweck-Architektur von Adolf Loos als Beispiel für die zeitgenössische oberflächliche und mangelhafte Kunstanstrengung. Diese Änderung seiner Ansich ten zur Architektur könnte mit den Entwicklungen der inzwischen um vierzig Jahre längeren Architekturgeschichte erklärt werden, doch wäre dies eine Vereinfachung.

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